Deutsch-Ukraninische-Partnerschaft Mecklenburg-Vorpommern - DUP-MV
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Die (Nicht-) Wahrnehmung der Ukraine

Warum wurde die Ukraine in Deutschland und Westeuropa so lange übersehen? 1

Mit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 rückte die Ukraine ins Zentrum der deutschen Aufmerksamkeit.
Die Ukraine ist über Jahrhunderte von ihren europäischen Nachbarn, insbesondere in Deutschland, kaum wahrgenommen worden, sie war als Subjekt der Geschichte weitgehend abwesend. Das hat dazu beigetragen, sie in den Augen Russlands als leichte Beute erscheinen zu lassen, ein verhängnisvoller Irrtum.

Kolonialismus / Imperialismus / Hegemonie Russlands

Der Ursprung dieser verhängnisvollen Nichtwahrnehmung reicht in die Zeit des russischen Zarenreichs zurück, das der Ukraine jegliche Eigenständigkeit verweigerte, lange vor Putins revisionistischen Expansionsbestrebungen und Putins hegemonialer Geschichtspolitik.
Mit dem Essay Zur historischen Einheit von Russen und Ukrainern vom 12. Juli 2021 2 stellt Russlands Präsident Putin die Existenz der Ukraine als eigene Nation infrage und bereitet den Großangriff Russlands auf die Ukraine ein halbes Jahr später vor. 3
In diesem Text beschreibt Putin seine Sicht auf die Ukraine und die Ukrainer und erklärt diese zur russischen Staatsraison. Er vertritt die Auffassung, dass die gegenwärtige Regierung des Landes von westlichen Verschwörungen gesteuert sei. Seit seiner Veröffentlichung ist der Essay von Putin Teil des vorgeschriebenen Lehrplans für alle Angehörigen der russischen Streitkräfte. 4
Die Ukraine ist für das Putin-Regime so wichtig, weil ohne die Ukraine sich deren imperiale und revisionistische Großmachtpläne nicht verwirklichen lassen. Ohne die Ukraine kann Russland kein eurasisches Imperium werden. Dies war vor und nach der Zeit der Sowjetunion so und ist es auch in der Gegenwart. 5
Heute stellt die Ukraine aus russischer Sicht eine Gefahr der Ansteckung durch eine überlegene zivile Kultur, demokratische Freiheiten und relativen Wohlstand dar. 6
Deutschland machte sich den russischen imperialen Blick auf die Ukraine zu eigen, der die Ukraine als integralen Bestandteil Russlands und als Land ohne eigene Geschichte sah. 7
Dies ging und geht teils in der deutschen Politik und Öffentlichkeit so weit, dass die Ukraine auch nach der völkerrechtlich fest verankerten Unabhängigkeitserklärung von 1991 als Hegemonalbereich, Einflusssphäre Russlands mit minderer Souveränität gesehen wird (aus russischer Sicht Nahes Ausland  8 ).  9 Damit wird Russland ein kolonialer Umgang mit den postsowjetischen Nachbarstaaten zugestanden.
Die Annäherung und dann die Mitgliedschaft in der NATO und der Europäischen Union haben den meisten Ländern Mitteleuropas und des Balkans Anfang der 2000er Jahre einen erheblichen Schutz vor dem postkommunistischen Revisionismus des Putin-Regimes verschafft. Die Ukraine ist das einzige und größte Land im östlichen Europa, dem dieser Schutz verweigert wurde, mit den Folgen, die seit dem 24. Februar 2022 für alle sichtbar sind.
Der Ukraine wurde 2008 die Annäherung an die NATO versagt. 10 Das geschah gegen das Votum der damaligen amerikanischen Regierung auf Drängen der Europäer, wobei Deutschland unter Angela Merkel die negative Vorreiterrolle spielte.

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Senior Expert Service Einsatz in Melitopol, Ukraine, Herbst 2021

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kresse, Neubrandenburg:   Bericht zu meinem Einsatz als Senior Experte an der „Staatlichen Taurischen Agraruniversität in Melitopol“, Ukraine, 21.10. – 11.11.2021

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Im Herbst des Jahres 2021 habe ich drei Wochen lang im Auftrag der Gemeinnützigen GmbH „Senior Expert Service“ mit Sitz in Bonn an der „Staatlichen Taurischen Agraruniversität in Melitopol“ in der Ukraine gearbeitet. Mein Auftrag war die Beratung der Hochschulleitung in Fragen der Aktualisierung und Anpassung des Hochschulcurriculums an die Vorgaben der Europäischen Union. Melitopol liegt im Süden der Provinz Saporischschja.

Melitopol wurde Anfang 2022 am zweiten Tag des Angriffs Russland auf die Ukraine besetzt und ist seitdem faktisch russisch. Die Universität wurde im Mai 2022 neu gegründet und heißt jetzt „Melitopol State University“.

Das Kollegium, das ich kennengelernt hatte, ist jetzt dreigeteilt: Ein Teil ist am Ort geblieben und arbeitet unter russischer Hoheit. Ein zweiter Teil hat eine Exiluniversität in der Stadt Saporischschja gegründet und arbeitet dort. Der dritte Teil hat sich in alle Welt verstreut, räumlich etwa zwischen Kiew und Stettin.

Mein Bericht spiegelt die Eindrücke wenige Monate vor Kriegsbeginn wider. Der Wunsch, sich nach einem Jahr wiederzutreffen, ist nie Wirklichkeit geworden.

Im oben genannten Zeitraum arbeitete ich an der Universität von Melitopol (Таврiйський Державний Агротехнологiчний Унiвеситет). Die Zeit war für mich sehr angenehm und lehrreich. Ich hatte den Eindruck, dass auch der Auftraggeber mit dem Ergebnis zufrieden war. Probleme gab es keine.

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Vergesst uns nicht. Auch wir wollen Europa sein.

Christiane Eller, pensionierte Pastorin aus Rostock - Beitrag aus dem Jahr 2014 für die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig

Vorwort von Christiane Eller März 2026: Diesen Text habe ich 2014 für die Zeitschrift des Frauenwerks der Nordkirche geschrieben. Er wurde nicht gedruckt, wohl aus der Befürchtung zu aktuell zu sein - und zu politisch. Ein paar Kleinigkeiten würde ich heute anders schreiben, aber das grundsätzliche Thema bleibt: dass wir in Deutschland die Ukraine (und Osteuropa überhaupt) kaum kennen und uns überwiegend auch nicht interessieren wollen.

> Christiane Eller, Frauenwerk der Nordkirche in Mecklenburg-Vorpommern, bereiste im Sommer 2013 die Ukraine.

Hier ihre immer noch aktuellen [2014] Eindrücke: 
  
Vergesst uns nicht! Auch wir wollen Europa sein.
Wenn Sie diesen Brief aus dem Frauenwerk in der Hand halten, hat sich die Situation vielleicht schon wieder verändert. Ich meine das, was in der Ukraine geschieht.
Ich wage es schon fast nicht mehr zu hoffen und doch wünsche ich mir eine Verbesserung der Lage aus tiefstem Herzen.
Im August 2013 war ich im Rahmen meines Sabbaticals einen Monat lang in diesem schönen Land, in Odessa, Lemberg und Czernowitz. Es war insgesamt meine vierte Reise in die Ukraine.
Am 2. Mai hat es in Odessa eine Auseinandersetzung zwischen Separatisten und proukrainischen Kräften gegeben, die mit der Besetzung des Gewerkschaftshauses, einem Brand und fast 50 Toten endete. In der Ostukraine wird trotz einer Waffenstillstandsvereinbarung immer noch gekämpft. Inzwischen sind Tausende Menschen – Soldaten, Zivilisten, prorussische Separatisten – in der Ostukraine gestorben. Ein malaysisches Passagierflugzeug wurde abgeschossen.
Die Krim ist von Russland annektiert; zu hören ist von dort so gut wie gar nichts mehr.
Am 4. Mai, dem Europasonntag, war Ralf Haska, der Pfarrer der deutschen lutherischen Kirchengemeinde in Kiew, zu Gast im Gottesdienst unserer Rostocker Gemeinde, um zu predigen und von der Situation in der Ukraine zu erzählen.
Damals hatte sich mein Eindruck verstärkt, dass nicht wenige Menschen bei uns in Deutschland – vorsichtig formuliert – kaum etwas wissen von dem, was in der Ukraine geschieht und in den letzten Monaten geschehen ist. Die Berichterstattung und Kommentierung in unseren Medien, eingeschlossen die sogenannten seriösen, war lange Zeit alles andere als gut.
Trotzdem „wissen“ scheinbar nicht wenige Menschen sehr klar, was Sache ist und vor allem, was die Ukrainerinnen und Ukrainer tun und noch besser lassen sollten. Statt von revolutionärem Umbruch wurde von einem Putsch gesprochen, sogar von Menschen, die die friedliche Revolution in der DDR mitgestaltet haben.

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Gedenkveranstaltung im KZ Ravensbrück am 8. März 2026

Gestern fand anlässlich des Internationalen Frauentags in Neubrandenburg eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der dortigen Außenstelle des KZ Ravensbrück statt.

In Ravensbrück waren von 1939 bis 1945 etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche aus über 30 Nationen inhaftiert. Die größte Gruppe bildeten etwa 40.000 Polinnen, gefolgt von 23.000 bis 25.000 sowjetischen Frauen.

Besonders unter den sowjetischen Häftlingen waren viele Ukrainerinnen. Da es damals keinen unabhängigen ukrainischen Staat gab, wurden die ukrainischen Häftlinge meist als Polinnen, Russinnen (Sowjets), Tschechinnen oder Ungarinnen registriert. 
Nach Angaben des Ukrainisch-Kanadischen Forschungs- und Dokumentationszentrums (UCRDC) kamen schätzungsweise bis zu 8.000 der in Ravensbrück inhaftierten Frauen aus dem Gebiet der Ukraine. 

Es ist wichtig, die ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus nicht zu vergessen, um die Ukrainerinnen und Ukrainer als Nation sichtbar zu machen und auf die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber der Ukraine hinzuweisen.
Laut unserer Satzung ist ein Ziel unseres Vereins, das Narrativ vom einheitlichen sowjetischen Kampf gegen den Hitlerfaschismus zu korrigieren.
Artikel beim NDR

Literaturhinweis:
Kalyna Bezchlibnyk Butler (Solonynka): Ukrainische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück. © 2025 Ukrainian Canadian Research and Documentation Centre (UCRDC)

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.   9. 3. 2026

MV1 berichtet - Neue Brücken in die Ukraine

Der private Fernsehsender MV1.tv berichtete am 5. März in der Sendung Nachgefragt: Neue Brücken in die Ukraine über die Gründung des Vereins. Interview 5. 3. 2026

 

Nicht lang schnacken

Der Nordkurier vom 10. 3. 2026 berichtet ausführlich über die Vereinsgründung und über die Hintergründe.

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Vier Tore Blitz 8. 3. 2026

Vier Tore Blitz DUP MV 8 3 2026

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